Bemerkungen
zur Wahl unseres Chornamens
Bei
der Gründung unseres Chores ging es darum, einen Namen zu finden, der zunächst
einmal rein vom äußeren Klangbild her schon ins Ohr gehend sein sollte und zum
Zweiten einen Bezug zur Gegend haben sollte, in der der Chor den Mittelpunkt
seines Wirkens hatte.
Der Name
Kloepfer ist in der Gemeinde Eibiswald ein fester Bestandteil der kulturellen
Identität dieses Ortes. Beginnend beim „Kloepfermarkt Eibiswald“, dem
„Kloepfermuseum“ mit gegenüberliegendem „Kloepferbrunnen“, dem „Kloepferkeller“
über die „Kloepfersiedlung“ bis hin zur kulinarisch hochwertigen Brotkreation
„Kloepferstollen“ ist der Name „Kloepfer“ in Eibiswald allgegenwärtig. Dies
liegt zunächst darin begründet, dass Eibiswald der Geburtsort von Hans Kloepfer
ist, da sein Vater Johannes Kloepfer hier als Arzt tätig war. Hans Kloepfer
wuchs in Eibiswald auf und absolvierte auch sein erstes Jahr als Arzt in der
Praxis des Vaters in seiner Heimatgemeinde. Danach ging er als Werksarzt der
Alpine Montangesellschaft nach Köflach, blieb seiner Heimatgemeinde aber immer
verbunden. Viele seiner wunderbaren Mundartgedichte und Geschichten zeugen von
der tief wurzelnden Sympathie dieses Heimatdichters für die Menschen unserer
Grenzlandregion.
Soweit zu
dem Teil der Person „Hans Kloepfer“, von dem wir die Namensgebung unseres Chores
ableiten.
Man muss schon etwas intensiver recherchieren, um die dunkle Seite dieses Mannes einigermaßen dingfest machen zu können. Sein literarisches Engagement für den Nationalsozialismus wird nur zu gerne verschwiegen und verdrängt. Vielleicht auch deshalb, weil er in diesen unseligen Jahren ja nicht mehr in Eibiswald, sondern in Köflach lebte und arbeitete. Doch seine Verbundenheit zum Grenzland und seine tiefe Freundschaft zum „Grenzlandvater“ Fritz Fuchs waren geprägt vom Eintreten beider für eine wirtschaftliche Besserstellung des Grenzlandes und der Idee, ein kulturell - politisches Bollwerk gegen die nach dem ersten Weltkrieg ständig drohenden Gebietsansprüche Jugoslawiens zu errichten. Beide glaubten, im Nationalsozialismus die richtige Ideologie dafür gefunden zu haben. Hans Kloepfer blieb durch seinen Tod vor Kriegsende die Ernüchterung, aber auch die etwaige Läuterung erspart. In einem Gespräch mit seinem Sohn kurz vor seinem Tod zeigte er sich zumindest in Bezug auf sein literarisches Schaffen in dieser Zeit soweit einsichtig, dass er dieses selbst als von nicht mehr sehr hoher Qualität einstufte.
Der
KloepferChor Eibiswald betont ausdrücklich, dass er sich von dieser dunklen
Seite im Wirken von Hans Kloepfer ohne jede Beschönigung distanziert. Er bekennt
sich jedoch zu jenem literarischen Schaffen, für das dieser Mann weit über
unsere Region hinaus bekannt ist und das von einer großen Liebe zum Grenzland
und seinen Menschen zeugt. Sein Gedicht „Der g‘fangene Russ“ ist ein hohes
Bekenntnis zur Mitmenschlichkeit, das auch durch seine dunklen literarischen
Seitenwege nicht
geschmälert werden sollte.
So hoffen
wir, als KloepferChor Eibiswald dazu
beizutragen, nicht das weniger Schmeichelhafte an ihm zu verschweigen und zu
verdrängen, sondern das Gute im Werk Hans Kloepfers durch unsere Namenswahl
hervorzuheben.
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